01.02.2013

HIP



Hannover is(s)t phantastisch, das Gourmetfest auf dem Opernplatz, findet einmal im Jahr statt an einem Wochenende im Frühling. Interessierte Gastronomen kontaktieren uns bitte über diesen Blog oder Facebook oder schriftlich an HIP UG & Co. KG, Seelhorststr. 62, 30175 Hannover. 

08.10.2012

Jiro träumt von Sushi

APROPOS SUSHI: Die beste Sushi-Bar der Welt befindet sich auf -1-Ebene einer Tokioter U-Bahn-Station. Sukiyabashi Jiro. 10 Plätze. Ein fixes Menü aus ca. 20 Tellerchen. Zu verzehren in 30 Minuten. Preis: 350€. Drei Sterne im Guide Michelin (die höchste Auszeichnung, die es gibt). Ein frisches Sushi muß nach 5 Sekunden gegessen werden, sonst kann Chef Jiro sehr unwirsch werden.

Den vielfach ausgezeichneten Film Giro Dreams Of Sushi gibt es jetzt bei Amazon.co.uk auf Blu-ray Disc.



23.05.2012

Warum in die Ferne schweifen?

Für alle, die diesen "Sommer" daheim in Hannover verbringen: eine kleine Reisereportage, die das Fernweh nicht gerade anheizt. Wie viel schöner is(s)t es da auf dem Opernplatz?! Vom 31.5. bis zum 3.6....-

31.03.2012

Tofu nach Art der pockennarbigen Frau


 

Wir schreiben das 19. Jahrhundert. Chen, die alte, pockennarbige Frau ("Mapo": Ma wie in "mazi", chinesisch für Pocken; Po, chinesisch für alte Frau) hat einen kleinen Gasthof außerhalb von Chengdu in der Provinz Szechuan. Ein Geschäft innerhalb der lebhaften Wirtschaftsmetropole kann sie sich nicht leisten. Und während die reichen Kaufleute stets in der City übernachten, bevorzugen die ärmeren Bauern, wenn sie in die Handelsstadt reisen, die Gasthöfe an der Peripherie - wie den von Großmutter Chen: Wanfu Qiao ("Zur Wanfu Brücke)". Als immer mehr Beherbergungsgäste auch zu speisen verlangen, gibt sie dem Drängen eines Abends nach, geht in ihre Speisekammer und erfindet nur mit dem, was darin liegt, ein günstiges, aber sensationelles Gericht mit Dofu (chinesisch für Tofu) und Schweinehack, das bald so berühmt wird, daß nun alle, alle bei ihr einkehren wollen, nur um es zu genießen - das Tofu nach Art der pockennarbigen Frau, Mapo Dofu.

Heute - über 150 Jahre später - gibt es chinesische Restaurants auf der ganzen Welt, aber es ist zumeist die Kantonesische Küche, die dort gepflegt wird, einfach deshalb, weil die meisten Emigranten aus Hongkong stammen. Im Barshu in der Frith Street in London jedoch bekommt der Feinschmecker original Szechuan-Küche, die so sensationell und subtil ist, daß mittlerweile die gesamte Riege der englischen Food-Journaille darüber in Verzückungen geriet. Dort gibt es auch das beste Mapo Dofu, das wir kennen, freilich ohne bislang im Gasthaus Wanfu Qiao gewesen zu sein (das gibt es nämlich immer noch!). Das zweitbeste Mapo Dofu läßt sich mit einiger Sorgfalt zuhause herstellen. Dafür muß der geneigte Hobbykoch sich nur eine große Sammlung unterschiedlicher Szechuan-Pfeffer zulegen, der ja im Gegensatz zum Chili eigentlich gar kein Pfeffer ist, sondern ein Gewürz aus der Familie der Rautengewächse. Szechuan-Pfeffer hat eine stark betäubende Wirkung auf die Lippen. Das finden die Leute in Szechuan lustig. Sie kichern dann oft darüber...


27.11.2011

Hose runter - Die kochende Leidenschaft des Christoph Elbert

Côte de Boeuf (links) mit Christoph Elbert
Wir sind ganz entspannt und denken an: die Wedemark. Blühende Landschaft, nördlich der hannoverschen Stadtgrenze, beliebtes Refugium der besseren Kreise. Und die drehen sich nach Feierabend  am liebsten im Höpershof, ein aufs feinste restaurierter Landgasthof. Hier versinkt der geneigte Gast in ledernen Club-Sesseln und lauscht dem Knistern des Kamins. Auch die Teller verströmen Gemütlichkeit: man is(s)t im „Roastbeef mit Sauce-Remoulade und Bratkartoffeln“-Kosmos. Geadelt wird die „gutbürgerliche“ Speisung gerne mit roten Bordeaux. Der Patron ist Christoph Elbert. 

Sein Höpershof hat aus dem gelernten Koch Ende der 80er Jahre einen selbstständigen Wirt gemacht. Zuvor: Wanderjahre in Frankreich und Italien, dann der Liebe wegen nach Hannover. Hier zunächst Pâtissier - der Mann fürs Süße - in Schu‘s Restaurant, bald Chef im Gourmet‘s Buffet, dann in Heinrich Sterns Bistro Stern‘s Sternchen. Schließlich also das eigene Restaurant in der Wedemark und ein schöner  unternehmerischer Erfolg: die Wedemarker lieben ihr charmantes Hideaway.

Und Elbert selbst? Blickt 2007 versonnen auf die sich wiegenden Weizenfelder vor seinem Gehöft und sieht plötzlich keine Perspektive mehr. „Dieses Ambiente, diese Tischkultur, die Rituale ... - mir wurde klar, daß all das nur eine künstliche Distanz schafft zwischen dem Gastgeber und dem Gast...“, fühlt Elbert sich umringt von Langeweile, will stattdessen wieder Lust verspüren, sucht eine neue Herausforderung. Liegt es an der neuen Liebe Verena? Dank des bildhübschen Vollweibs wird Elbert nach 20 Jahren noch einmal Vater eines Sohnes - und geistiger Vater eines Gastronomiekonzeptes, das es in Hannover so zuvor noch nicht gegeben hat. Und das keinen größeren Gegensatz darstellen könnte zu den zuvor gepflegten Landhausfreuden.

Weinbergpfirsiche - eine Trouvaille
des Vielreisenden Trüffelschweins
Wir sind „Am Küchengarten“: das klingt zwar zunächst auch sehr romantisch und markiert tatsächlich den Ort, wo einst Obstkulturen und Treibhäuser standen zur Versorgung des königlichen Haushalts, aber wir sind im hier und jetzt im tiefsten Linden, hart aber herzlich. Das Häuschen, das Christoph Elbert und seine Frau Verena Schindler hier vorfanden, um es zu ihrem Restaurant 11 A umzubauen, war denn auch kein übrig gebliebener Lustpavillon sondern ein Trafoumspannwerk. Aber was heißt schon „umbauen“?  Es stehen jetzt halt Tische und Stühle drin - designed by Sperrmüll. Und irgendwie hat man es geschafft in die verwinkelten Örtlichkeiten eine Küche hineinzuzwängen. Wer Wolfgang Petersens Film „Das Boot“ gesehen hat... - aber lassen wir das. Der Chef möchte, daß wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. „Ich lasse hier die Hose runter“, kommt Elbert zum Punkt, „hier dreht es sich ausschließlich ums Essen und meine Weine.“ Bahar, die unwiderstehliche Servicekraft, trägt “Tête de veau“ auf - der Kalbskopf kommt mit Zunge, Bries und Hirn und liegt auf einer Scheibe Foie Gras. Ein Gedicht! So hat der junge Christoph ihn schon 1980 in Paris gekocht, damals im La Barrière de la Clichy. „Wir behandeln Hannover wie eine europäische Metropole“, sagt Elbert, dem der allzu zurückhaltende Auftritt schon wegen seiner Körpermasse gar nicht stehen würde, „das ist unser Geschenk an die Stadt!“

Was richtet Herr Elbert da wieder an?
Im Sommer sah man ihn auf Sylt im Sansibar, aber nicht etwa privat vorne im Gastraum, nein, als Hospitant in der Küche. „Ich wollte sehen, wie die Brigade dort unter Volllast arbeitet“, verrät der Nimmermüde, „denn wenn wir im Sommer am Tag 500 Gäste haben, sitzen wir auch manchmal ganz schön in der Scheiße.“ Dennoch: noch immer nicht jeder Feinschmecker findet seinen Weg in „die Elf“. Allein daß man nicht reservieren kann, schreckt ab. „Dabei bekommt bei uns jeder garantiert einen Tisch, man wartet zur Not ein Weilchen in unserer Bar Ihmerauschen.“ Dorthin wird auch gebeten, wer mit dem Essen fertig ist. „Manche Gäste sagen dann, sie wollten noch ein bisschen sitzen bleibe und ‚klönen‘“, wundert sich Elbert, „aber hier wird nicht geklönt.“

...Kalbskopf mit Zunge, Bries und Hirn und Foie Gras
Dieser Beitrag erschien zuerst in Hannover Geht Aus (Winter 2011/2012). Jetzt am Kiosk.

05.09.2011

Torna alla Felicità - the must have

Glücksarmbänder sind zurück!
Restaurants und ihre Merchandising-Artikel.... Der Sansibar-Sylt-Aufkleber zum Beispiel ist das Arschgeweih des Porsche-Cayenne-Fahrers. Fans von Alfons Schuhbeck hingegen fahren nur noch mit der Eisenbahn, seit der Bayer im "Bordrestaurant" aufkocht. So paßt halt auf jeden Topf ein Deckel.

Die Freunde vom zurück zum glück, dies gleichsam hippes Tagescafé im Zooviertel wie auch entspannte Geisteshaltung ebenda, verleihen ihrer Leidenschaft neuerdings Ausdruck durch das Tragen eines aparten Armbandes in den Vereins-, pardon, Restaurantfarben Grün und Weiß. Die mit "ZZG", "BIO", "EAT" oder "DRINK" gekennzeichneten Bänder sind aus Holzperlen, isolieren also somit vor Wärme im Sommer und vor Kälte im Winter - wenn die Tage auf der zzg Terrasse etwas kürzer werden. Im übrigen paßt Holz als nachwachsender Rohstoff natürlich wie die Faust auf's Auge in diese heile Bio-Welt. Daß das modische Accessoire in Kinderarbeit in Asien entstanden ist, kann indes nur bezüglich der Provenienz verneint werden. 11 Euro im besagten Lokal.

18.08.2011

Hühnersalatsandwich auf Toast



I'd like an omelet, plain, and a chicken salad sandwich on wheat toast, no mayonnaise, no butter, no lettuce. And a cup of coffee...

15.08.2011

Die Parks und Gärten des Adels

Ein fleißiges Lieschen: die fesche Julia
Kaum zeigt sich die etwas zu groß geratene Glasvitrine vis-à-vis der Hochschule für Musik und Theater außen frisch gereinigt und innwändig grün-weiß gestreift, spricht man in diesem schöngeistigen Teil der Stadt Hannover nur noch von "DEM PAVILLON". 

Dabei müßte man doch zunächst mal fragen, was ist das eigentlich, ein Pavillon? Wiki erklärt dazu, es sei "ein überdachtes, rundum offenes oder zu öffnendes Bauwerk. Der Grundriss ist meistens rund oder hat die Form eines regelmäßigen Vielecks. Obwohl schon in der Antike bekannt und gebraucht, erscheint der Pavillon in der Architektur Europas vermehrt erst in der Epoche des Absolutismus in den Parks und Gärten des Adels, als Nebengebäude eines Schlosses, als Ruheplatz oder Aussichtspunkt."

Diese schöne Aussicht genießt z.Zt. noch exklusiv ein gewisser Wilfried H. Engelke, der - etwas wild plakatiert - von einer Kastanie grüßt. Ab Mittwoch um neun sollte es dann vorbei sein mit seiner Idylle, denn dann eröffnen Sonja und Julia Faber ihre "Terrasse", ein sonniger Ableger ihres zurück zum glück. Glückt Ihnen auch diesmal, wie mit ihrem schmucken Tagescafé 100 Meter entfernt (Jahrgang 2009), ein Volltreffer? Sie, lieber Leser, werden es als erster erfahren. Demnächst an dieser Stelle. Hush, hush...





14.08.2011

Food & Sex


HIP Exklusiv mit Lude Fraukowik (aus London): 

Heston Blumenthal (45), Chef in The Fat Duck, ausgezeichnet mit drei Michelin-Sternen, Autor, Fernsehkoch, Großunternehmer und einer der weltweit einflußreichsten Protagonisten der Molekularküche, verläßt nach über 20 Ehejahren seine Frau Zanna (46) für die amerikanische Kochbuchautorin ("The Pleasure Is All Mine") Suzanne Pirret (45). Ein Sprecher der Blumenthals bestätigte, daß deren Ehe vorüber ist. (mehr)

Wer ist die in Europa noch weitgehend unbekannte Pirret, die in den USA schon als "goddess" verehrt wird? Was treibt sie an? "Food and sex. Two of my favourite things, and the most powerful of all human drives," sagt die lebensbejahende Küchenmamsell, "am besten eins, nach dem anderen, egal in welcher Reihenfolge, ich bin da nicht wählerisch". HIP meint: Das ist der richtige Geist!

links: Frau Pirret



11.08.2011

Container-Ärger an der Oper



Es gibt "Container-Ärger an der Oper", schreibt in ihrer heutigen Ausgabe die Hannoversche Allgemeine Zeitung. "Ausgerechnet auf Hannovers schönstem Platz stehen seit Mittwoch Baucontainer. Nicht nur Geschäftsleute in der City empören sich darüber." Lesen Sie den ganzen Artikel hier: klick!

Quelle/Foto: HAZ / haz.de

06.08.2011

Hai-Woche


Nicht vergessen: die letzten Tage der Shark-Week auf Discovery Channel laufen. Einschalten oder hier klicken! Es lohnt sich.

02.08.2011

Urlaub in Hannover

Für alle, die diesen "Sommer" daheim in Hannover verbringen: eine kleine Reisereportage, die das Fernweh nicht gerade anheizt. Wie viel schöner is(s)t es sich da auf dem Opernplatz?! Vom 31.5.3.6....-

22.07.2011

Sein Schiff - Grubert an Bord

Dieter Grubert hat Mein Schiff zu seinem Schiff gemacht. Ein Logbuch.
Früher schmückten sich Schiffe mit prächtigen, holzgeschnitzten Galionsfiguren am Bug. Moderne Kreuzfahrtschiffe knüpfen mit ihren Kussmundbemalungen mitunter an diese Tradition an. Andere haben ihre Galionsfiguren heute ganz tief unter Deck - in der Kombüse. So ist es jedenfalls auf dem TUI-Kreuzer Mein Schiff 2. "Mit wechselnden Spitzenköchen schaffen wir in unserem Gourmet-Restaurant 'Richards - Feines Essen' eine Attraktion", sagt Richard Vogel, CEO von TUI Cruises. "Im August und September 2011 haben unsere Gäste die Möglichkeit, im Richards die exklusiv für TUI Cruises kreierten Menüs vom mit 17 Punkten im Gault Millau ausgezeichneten Dieter Grubert zu genießen", wirbt TUI für ihren neuen Star, den Patron des Restaurants Titus in Hannover (siehe unseren Beitrag vom 15.10.2010). Am 14. Juli ging Dieter Grubert zum Einkochen an Bord der Mein Schiff 2. Gestern hat er - zunächst - wieder ausgeschifft. Für Hannover is(s)t phantastisch berichtet er hier von seinen Erlebnissen.
Im Februar diesen Jahres rief die TUI bei mir an und fragte, ob ich Lust hätte, als Gastkoch auf dem neuen Mein Schiff 2 tätig zu sein. Dachte zuerst: da ist doch bestimmt ein Haken dran, war aber nicht. Und so habe ich dann sehr schnell zugesagt. Auf dem Schiff gibt es unter anderem das Gourmet-Restaurant Richards - Feine Speisen. Dort präsentiert immer für zwei Monate ein Spitzenkoch seine Menüs, die auch ausschließlich dort angeboten werden. Meine Menüs gibt es im August und September. Es sind drei 6-Gang-Menüs mit vegetarischen Ableitungen. Und alle drei Tage wechselt das Menü. Das Restaurant hat ca. 65 Plätze, ist nur Abends geöffnet und die Küchencrew besteht aus sechs Mann.
Mein Schiff 2
Die Ausarbeitung der Menüs war gar nicht so einfach, denn es gibt eben Einschränkungen, die so ein Schiff mitbringt. So muß alles vor Reisebeginn besorgt werden, zwischendurch kann man nicht mal eben kurz zum Einkaufen an Land... Aber nachdem das dann abgeklärt war, ging's los. Rezepte schreiben etc.. Um die Küchencrew einzuweisen, bin ich dann am 14. Juli an Bord gegangen. Ich wurde super empfangen, besser hätte man es nicht machen können, ich habe mich sauwohl gefühlt. Jeden Tag haben wir ein anderes Menü gekocht, es wurden Fotos gemacht und auch teilweise die Rezepte umgeschrieben.

Men at work
So ein Schiff bringt manche Besonderheiten mit sich, so liegt es, wenn es angedockt hat, etwas schief. Und wenn man dann Soufflées machen will, gehen diese auch schief hoch. Aber am Ende hat doch alles geklappt. Ab 14. August werde ich dann nochmals an Bord sein zur Kontrolle und um eventuell etwas nachzuarbeiten. Aber ich bin guter Dinge, die Crew ist sehr motiviert und ich denke, sie setzen alles so um wie geübt.

Sachertorte von der Gänsestopfleber
Ansonsten war es eine sehr entspannte Reise. Die 2000 Passagiere sowie 800 Mann Besatzung hat man kaum gemerkt. Es verlief sich. Ich habe trotz des Kochens viel gesehen: Helsinki, Sankt Petersburg, Tallin - alles eine Erfahrung wert. Aber allein mal hinter die Kulissen schauen zu können, war's schon wert. Die Dimensionen auf so einem Schiff sind gewaltig. Riesige Kühlhäuser mit Waren ohne Ende. Was ich sehr beeindruckend fand: es wird alles an Bord zubereitet. Vom Frühstücksbrötchen über Kuchen, Brot... alles wird frisch hergestellt. Es gibt lebende Hummer, lebende Flußkrebse - beeindruckend. Ob Wagyu-Beef, Kurabuta-Schwein, Steinbutt - es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Es müssen wohl an die 150 Köche tätig sein. Ich freue mich sehr auf die Reise im August. Und würde es immer wieder tun.
Dieter Grubert

Im Schiffsbauch
Das Gourmetrestaurant "Richards - Feines Essen"
Auf dem Markt in Helsinki: gewaltige Fleischberge
Finnlands Kapitale
"Birne, Bohnen und Speck" mit Jacobsmuschel
Flußkrebse und Auster mit Zuckerschote,
Melone und Estragon
Die Schären vor Stockholm
Die Schären vor Stockholm
Steinbutt mit grünem Spargel, Gemüsegraupen,
Blutwurstsauce und Chili-Apfel
Es scheint zu schmecken

23.06.2011

Gestrandet auf dem Opernplatz: das Narrenschiff

Auf dem Opernplatz ist das Ship O’ Fools gestrandet. Die Narren haben das Schiff verlassen, doch unter Deck spuken ihre Geister weiter durch ein geheimnisvolles Sammelsurium von Strandgut und kleinen Schätzen. 

Nach HIP kommt das Festival THEATERFORMEN und bespielt den Opernplatz. Hier geht's zum Programm des Festivals (klick!).

17.06.2011

Ausweitung der Kampfzone


Jaime Guzmán ist wieder in aller Munde (siehe Post v. 15.06.11): Wir aßen für Sie im Chimú und zwar ausschließlich von der immer noch etwas im Verborgenen blühenden kleinen Karte mit Tapas (der Artikel erschien zuerst in unserer Kolumne "Was gibt's Neues, Chef" im Periodikum Hannover Geht Aus).

Das nennt man eine Ausweitung der kulinarischen Kampfzone: Die Lufthoheit über ganz Latein­amerikas Spezialitäten — ob auf demTeller oder im Glas —hat Jaime Guz­mán schon lange übernommen. Vom peruanischen „Cevice" über „Pastel de choclo", der indianischen Maispastete, bis hin zum kubani­schen „Mojito". All' das und mehr beherrscht man im Chimú virtuos.

Jetzt wendet sich der Chilene ver­stärkt einer europäischen Küchen­diziplin zu, man spricht aber wei­terhin spanisch: „Tapas!" Tapas sind kleine Appetithäppchen, die in Spanien in Bars und Bodegas auf dem Tresen angeboten werden. Im Chimu heißen sie „Guatitas" (Kutteln), „Montaditos" (kleine Schweinefilets), „Cochayuyo" (Meeresalgen) oder ,Jamon Serra­no". Den schneidet der Wirt per­sönlich mit seiner feuerroten Ber­kel-Maschine hinter der Bar auf. „In meiner Lieblingsbar in Galicien werden pro Abend zwei Schinken verbraucht, der 'Cortador', der Mann an der 'Jamonera', leistet Schwerstarbeit", schwärmt er, „aber hierzulande..."

Nun, vielleicht liegt es daran, daß man außer dem „Ja­mon" im Chimu auf dem Tresen gar keine Tapas zu sehen bekommt, die einem den Mund wässrig ma­chen könnten. „Dann bräuchte ich Panzerglas zur Abdeckung, und das Gesundheitsamt wäre Dauergast", winkt Jaime ab. So wählt der Gast aus einer kleinen Speisekarte, in der die Tellerchen aufgelistet und be­schrieben sind. Und träumt sich in eine bessere Welt... irgendwo an spanischen Theken.





Chimú, Lange Laube 32, TeL180 80

16.06.2011

Indianische Maispastete


Als wir zuletzt mit unserem Freund Jaime Guzmán telefonierten, klagte er über einen schmerzhaften Bänderriss. Er war über ein im Wege liegendes Brett gestürzt. In einer Bretterbude, die er gerade im Befriff war, zu einer Art Chimú 2 umzugestalten. Sein kreatives Händchen für interior design kennt man ja - von diesem Cocktail aus den Ingredienzien Che Guevara und Hans Moser mit einem Spritzer Marquis de Sade... Das Refugium ganz nah seines hannoverschen Privathaus' ( Frau, Tochter und Sohn können im Gasthaus ggf. aushelfen) ist nun fertig. Name: El Chileno.

Vieles ähnelt dem "Stammhaus" in der Otto-Brenner-Straße, Ecke Lange Laube: So empfing er seinen Stammgast Thomas Lasser mit den Worten, "was willst Du denn hier?". Vertraute Töne also am Rande von Bothfeld. Ob auch die Küche hält, was das Chimú stets verspricht, klärte jetzt die Neue Presse auf: hier geht's zum Artikel.

29.05.2011

Hannover: 20 Jahre HIP

1991 - 2011: 20 Jahre HIP - Hannover is(s)t phantastisch. Somit ist HIP eines der ältesten, größten Gourmetfestivals Deutschlands - und gewiß das schönste! Denn eine Location, wie die in Hannover, auf dem Vorplatz von Laves' klassizischtem Opernhaus, gibt es für Veranstaltungen wie diese hierzulande kein zweites Mal.

Es ist der Weitsicht und der Vorsicht der Stadt Hannover zu verdanken, daß ein Event auf dem Opernplatz bis heute etwas Besonderes, etwas Hervorgehobenes geblieben ist.

Und so trifft es sich, daß zum 20-jährigen Jubiläum endlich wieder ein Guide-Michelin-Stern über dem HIP-Fest vor der Oper erstrahlt: Ernst August Gehrke, einziger Sterne-Koch der Region ("La Forge" im Schmiedegasthaus Gehrke in Riepen bei Bad Nenndorf) ist nach langer Zeit wieder da. Ekkehard Reimann, der sein "Clichy" im traditionell größten Zelt vor der Oper präsentiert, komplettiert das Feld der "Haute Cuisine". Reimann war vor 20 Jahren bereits mit dabei. Er ist geblieben. An viele anderen seiner Kollegen, die damals selbst einem Feinschmeckertempel vorstanden, erinnert auf dem Opernplatz nur noch der Wind.

Heute mag der Gast es locker, heiter, gesünder. Das Bio-Restaurant "zurück zum glück" debütierte auf der hannöverschen Bühne HIP vor einem Jahr und gilt heute bereits als VIP-Treffpunkt. Ebenfalls biozertifiziert ist die Hamburger-Grillstation "Flow Food", doch deren Eigner William Strauss geht noch weiter. Das EU-Biosiegel genügt ihm nicht, er setzt auf Demeterqualität bei seinen "Belgischen Pommes Frites" zum Wagyu-Burger.

Das "Milano" (neuerdings: Al vecchia Milano) ist einer der ältesten "Italiener" der Stadt. Aus jahrzehntelanger Agonie wurde es wachgeküßt von Mario Hassa, der auch auf Party und Szene setzt. Neuestes Projekt des Gastro-Tausendsassas: "Golden Mile", eine skurileTagesbar auf der Meile, der Lister. "Degustatione Rossini" brachte den Hannoveranern einst bei, daß Nudeln nicht nur aus der Tüte kommen, sondern sogar al mano gefertigt werden können. Bei HIP gehen die Manufakteure eine Allianz ein mit den Partypeople und Cocktailspezialisten von "Bacardi Island".

Passend zu hoffentlich sommerlichen Temperaturen serviert das "Tremendo" Karibisches. Und 20 Jahre HIP heißt auch: elf Jahre Expo 2000. Der originale legendäre Falafel-Roller aus dem Jemen-Pavillion gibt sich die Ehre. "Einmal gegessen, nie mehr vergessen", erklang damals der Schlachtruf der sympathischen Nordafrikaner. Der Gaumen vergißt nicht...




HIP: 1.-5. Juni auf dem Opernplatz. Kulinarisches Motto diesmal: "Lummerland". 20 Restaurants präsentieren die ganze Welt der hannoverschen Gourmandise. Mittwoch ab 18, sonst täglich ab 12 Uhr.

Gastronomen, die kurzfristig noch mit dabei sein wollen, melden sich beim Veranstalter: http://www.facebook.com/hannoverisstphantastisch-